Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Letztes Feedback



http://myblog.de/carrsten

Gratis bloggen bei
myblog.de





Wählen Sie politisch unkorrekt: Wo will das ZDF hin?

Politische Korrektness steht heute nicht mehr auf dem Tagesplan. Zynismus ist nun auch im Öffentlich Rechtlichen Kanal angekommen. ZDF-Plakate werben damit politisch unkorrekt zu wählen. Die Politsatire „Neues aus der Anstalt“ soll damit beworben werden. Priol und Pelzig brüllen in die Kamera, lachen brüllend, da wo nichts zu lachen gibt. Nur die Studiopublikum schafft es noch dank Konditionierung und blendender Verblendung – vielleicht sind´s die Scheinwerfer – auf Kommando zu lachen. Wo ist der Witz? Man weiß es nicht. Stefan Raab hatte ihn noch, die ZDF-Kopie hat ihn nicht mehr. Gibt es noch so etwas wie Korrektheit, das Gute, Fachwissen? Man sollte sich mal hier umsehen, da wird die Wahrheit noch nach Seitenstärke und Gewicht verkauft. Ist das die gute alte Zeit? Heute wird alles hinterfragt und über alles gelacht. Ist nichts Neues. Satire gab es auch damals schon im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen. Man denke nur an die „Scheibenwischer“. Doch das Niveau war um einiges höher, bemängelt die alte Generation. Die Kassandra-Rufe: Die letzte Bastion des Bildungsfernsehens ist am Brechen. Natürlich gab es, seit es das Fernsehen gibt, Leute die den intellektuellen Anspruch der Formate bemängeln. Doch bei diesem Format zeigt sich wirklich schon Bodensatz. Während man Stefan Raab noch für seinen Inhalt kritisieren konnte, war er dennoch originell und gehörte in seine Zeit. ZDF ist zu spät. Das Raab-Konzept für die Zielgruppe 50+ ist auch sehr fraglich.
22.5.13 14:35


Werbung


Bologna bitte nur als Pastasauce

Der Bolognaprozess 1999, er sollte ein einhetliches weltweit greifendes Hochschulsystem und mehr Klarheit und Übersichtlichkeit schaffen. Allerdings stifteten die nicht zu Ende gedachten Ergebnisse des Prozesses faktisch nur noch mehr Verwirrung.

Eine Gleichwertigkeit und homogene Anerkennung eines Bachelorabschlusses weltweit ist schlicht und ergreifend nicht gegeben. Das Gegenteil ist Realität. An der einen Uni dauert ein Bachelor in einem bestimmten Fach sechs, an der nächsten Uni acht semester. Klar, dass man diese nicht miteinander vergleichen kann. Kann man nicht? Schwer zu sagen, es besteht ja immer noch die Möglichkeit, dass im sechssemestrigen Studium dieselben Inhalte in einem komprimierten zeitraum vermittelt wurden und dieses kürzere Studium sogar anspruchsvoller ist. Diese Differenz der Semesterzahlen herrscht besonders zwischen den EU-Staaten und den USA.

Jedoch war das noch der simpelste Sachverhalt. In der Theorie ist jeder Bachelor, egal ob Uni oder FH gleichwertig. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass ein FH Bachelor gegen einen Unibachelor den Masterplatz an einer Uni bekommt? Die freie Universität zu Berlin machte vor kurzem Negativschlagzeilen, da sie Bachelorabschlüsse der FH nicht zum Masterstudiengängen zuließ. Ein klarer Verstoß gegen den Bolognavertrag. Doch wer überprüft das oder wer sanktioniert solche Pseudoeliteschmiedepläne? Im Endeffekt keiner so recht. Das führt uns direkt zum nächsten problem der Bolognaregelungen. Es gibt deutlich zu wenig Masterstudienplätze, sowohl für FH als auch für Uniabsolventen. Auf einen Masterplatz kommen drei dafür qualifizierte Bachelorabsolventen. Ein Bachelor ist faktisch weniger Wert als ein Diplom, wohin also mit den ganzen Bachelorabsolventen?

Das dritte große Problem ist das System des Bachelors an sich. Während man sein Diplom früher bequem und gründlich mit zehn Semestern Regelstudienzeit machen konnte, wurden dieselben Inhalte nun auf 6 oder eben 8 Semester komprimiert. Erhöhter Leistungsdruck und Versagensängste sind, in Anbetracht der Flut an zu Leistendem das Resultat.

20.7.11 09:37


Polemik gegen Polemik

Gegen Digitalisierung zu wittern ist eine Sache, die Gründe zu hinterfragen eine andere. Warum redet denn keiner mehr in einem realen Gespräch mit seinen Mitmenschen? Doch nicht weil sie es nicht mehr können. Es ist eine Art Kettenreaktion einer ganzen Generation. Selbst die an face2face Konversation-Interessierten müssen vor die Bildschirme. Nicht weil sie es wollen, die Konsequenz es nicht zu tun, wäre mit niemenadem mehr auf irgendeine Art und Weise sprechen zu können. Wenn sich neun von zehn Menschen eines Freundeskreises in das Gesichtsbuch zurückziehen, was bleibt dem zehnten übrig? Und jeder einzelne der neun anderen tut dies auch nicht mit Mutswillen, nein, sie reagieren auf ähnliche Entwicklungen in Parallelfreundeskreisen oder Lerngruppen oder was auch immer.

Schwer dort einen Schuldigen ausfindig zu machen, außer vielleicht Herrn Zuckerberg.

Fakt ist aber, dass es nach wie vor jedem selbst überlassen bleibt mitzuschwimmen oder weiter in den Park zu gehen, wobei das Eine das Andere ja nicht ausschließt. Auch hier, wie eigentlich überall gilt es das richtige Maß zu finden. Klingt einfach und das ist es eigentlich auch. Es herrscht ja lediglich ein Pseudozwang seine mails, etc. zu checken. Ein eingeimpfter Zwang, ein bis vor zehn Jahren unbekannter Zwang, ein Generationszwang.

Es ist eine Art umgekehrte Schweigespirale.

Die Schweigespirale ist ein von Noelle-Neumann entwickeltes Modell aus der Soziologie, welches sich mit dem Phänomen beschäftigt, warum Menschen entgegen ihrer eigenen Überzeugungen aus Angst vor sozialer Isolation Dinge verschweigen, und das dieses Schweigen immer größere Kreise zieht - eine Spirale bildet.

Umgekehrt ist es in der Generation Facebook, man schweigt nicht, man redet mit. Aus Angst vor sozialer Isolation durch nicht-mitreden, nicht-mitchatten, nicht-mittwittern resultiert schier bedingungsloses partizipieren.

Ein scheinbares Paradoxon, was die gegenwärtigen Trends allerdings ganz gut erklären würde.

14.7.11 13:40


Polemik gegen Digitalisierung


Abends in einer x beliebigen deutschen Wohnung eines jungen Berufstätigen. Die Aufmerksamkeit pendelt zwischen Fernseher und Computer. Unbestimmte und wohl auch bisher unbekannte Frustration macht sich breit. Die Erkenntnis schleicht sich vom Unterbewusstsein ins aktuelle Meinungsbild, dass man sein Leben nur noch vor irgendwelchen Bildschirmen verbringt. Die Arbeit läuft zu 90 Prozent am Computer ab. Zu Hause wird als Erstes der Laptop eingeschaltet, Mails und Facebook Profil werden gecheckt, und dann gegen acht Uhr, zur Tagesschau der Fernseher eingeschaltet. Alternativ wird ein wenig gechattet oder im Internet Poker gespielt. Die Augen müssten so viereckig wie die Tastatur sein, stimmte der alte Spruch. Dabei war es doch vor kurzem noch ganz anders. Gut, an der Uni wurden halt die Hausaufgaben am Computer erledigt und klar Facebook und Konsorten klauen einem viel Zeit, jedoch wie oft war man draußen grillen, Fußball spielen, joggen oder einfach nur im Park? Wo ist die Zeit an der frischen Luft geblieben die einem sein ganzes Leben so viel Spaß bereitet hat? Aufgesaugt von den verfressenen Bildschirmen die sich von der frischen Luft zu ernähren scheinen, die sie uns abspenstig machen mit ihrer neuen Bedeutungsschwere. Man kommt ja gar nicht mehr darum herum ständig auf sie schauen zu müssen, selbst die Zeitung und Bücher ( Johannes Gutenberg würde sich im Grabe nicht nur umdrehen, sondern einen Rückwärtssalto vornehmen, hätte er den Platz dazu) gibt es mittlerweile digital. Zeichneten sich gerade diese Medien nicht dadurch aus, dass sie Seiten und damit eine Seele besitzen?Man beraubt sie dessen und macht sie beliebig austauschbar, wenn man die Geschichten aus Büchern in e-books einsperrt. Die Generation Kopfhörer ist die Folge, die sich lieber vor den Game Boy oder zwischen die Kopfhörer zurückzieht als sich mit anderen realen Menschen auszutauschen.

24.6.11 10:01


Aserbaidschan-Deutschland

 Das letzte Länderspiel der Saison hatte noch einige Überraschungen zu bieten. Bundestrainer Löw baute seine Abwehr im Vergleich zur mäßigen Leistung gegen Österreich gleich auf drei Positionen um. Höwedes auf rechts, Badstuber zentral sowie Aogo auf links unterstützten Mats Hummels im Bemühen die nicht zu erwarteten aserbaidschanischen Angriffswirbel zu unterbinden. Lahm rückte ins defensive Mittelfeld an die Seite von Toni Kroos. Es war die jüngste Mannschaft aller Zeiten, die je ein deutscher Bundestrainer aufs Feld schickte. Diese junge Mannschaft tat sich zu Beginn sehr schwer gegen die von Berti Vogts trainierten und munter kämpfenden Aserbaidschanischer. Katastrophaler Fehlpass des desorientierte wirkenden Hummels und der agile Linksaußen des Kleinstaats drosch den Ball an die Querlatte. Die schien jedoch ein wirksamer Weckruf für den haushohen Favoriten gewesen zu sein. Angetrieben vom sehr engagierten Kroos entwickelten sich einige Chancen. Ausdruck dieser Überlegenheit war zunächst nur ein schöner Freistoß an den Pfosten, getreten eben von Toni Kroos. Es war dann dem Spielmacher von Real Madrid, Mesut Özil, überlassen für die Entscheidung in diesem Spiel zu sorgen. Erst brachte er den Ball aus spitzen Winkel im langen Eck des Tores unter, dann bediente er nach wunderbaren Pass von Badstuber, perfekt den heranstürmende Gomez, der nur noch einschieben musste. Wohl dem der solche Spielr in seinen Reihen hat. In der Folge nahm sich die Partie aus, wie der Vergleich zwischen einer Luxusimmobilien (Deutschland) und einer Schrebergartenlaube (Aserbaidschan). Die Deutschen kontrollierten das Geschehen nach Belieben, schlugen jedoch kein Kapital aus den sich bietenden Möglichkeiten. Als dann in der Schlusssphase der Anschlusstreffer gelang, fand der eingewechselte Mario Götze sofort die passende Antwort, umspielte zwei Gegenspieler legte zurück auf Gomez, der zunächst scheiterte, schließlich Schürrle den Vortritt überließ um dann gemeinsam dessen Treffer zu feiern.
14.6.11 12:16


NBA Halbfinale


Wir werden im Moment Zeuge einer sportlichen Leistung, wie sie seit den Tagen von Steffi Graf oder dem Karrierehöhepunkt Michael Schumachers von keinem Deutschen auch nur annähernd vollbracht wurde. Dirk Nowitzki spielt die Saison seines Lebens in der Nordamerikanischen Basketballliga NBA. Er spielt nicht nur die Saison seines Lebens, er ist drauf und dran Geschichte zu schreiben in den NBA Finals. Seine Leistung ist deswegen so außergewöhnlich, da er es mit einem eigentlich unterlegenen Team schafft, die Serie offen zu halten. Best of seven heißt der Modus. Welches Team zu erst vier Spiele gewinnt, ist NBA Champion und der Unsterblichkeit ein Stück weit näher. Nowitzkis Dallas Mavericks warfen den Vorjahressieger LA Lakers aus dem Rennen, obwohl ihnen vorher als notorischer Verlierermannschaft in der entscheidenden Phase der Saison wenig Chancen eingeräumt wurde. Spätestens seit diesem Sieg und einigen spektakulären Aufholjagden nach großen Rückständen, nehmen auch die Miami Heat mit ihrem famosen Dreigestirn Dwayne Wade, Chris Bosh und LeBron James die alternde Truppe aus Texas ernst. Zu Recht wie sich in den ersten vier Partien zeigte. Noch nie war eine Finalserie derart ausgeglichen und das liegt vor allem an einem: Dirk Nowitzki. Trotz Handicaps eines verstauchten Fingers und 39 Grad Fiebers war er gestern Nacht wieder einmal der wichtigste Mann im Spiel der Mavericks und führte sie in heimischer Halle zum 2:2 Ausgleich. Nowitzki übernimmt immer dann Verantwortung, wenn anderen Spielern die Knie oder die Finger zittern. Besonders in den Endphasen der Partien wird er von seinen Mitspielern gesucht und gefunden. Und er wird dieser Verantwortung in beeindruckender Weise gerecht. Während die Miami Heat, drei Superstars in ihren Reihen haben, besitzen die Mavericks nur einen Spieler der Spiele alleine entscheiden kann. Deswegen muss Nowitzki auch die Leistung bringen, die er bringt. Andernfalls hätte seine Mannschaft keine realistische Chance auf den Titel.

10.6.11 09:42





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung