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Polemik gegen Polemik

Gegen Digitalisierung zu wittern ist eine Sache, die Gründe zu hinterfragen eine andere. Warum redet denn keiner mehr in einem realen Gespräch mit seinen Mitmenschen? Doch nicht weil sie es nicht mehr können. Es ist eine Art Kettenreaktion einer ganzen Generation. Selbst die an face2face Konversation-Interessierten müssen vor die Bildschirme. Nicht weil sie es wollen, die Konsequenz es nicht zu tun, wäre mit niemenadem mehr auf irgendeine Art und Weise sprechen zu können. Wenn sich neun von zehn Menschen eines Freundeskreises in das Gesichtsbuch zurückziehen, was bleibt dem zehnten übrig? Und jeder einzelne der neun anderen tut dies auch nicht mit Mutswillen, nein, sie reagieren auf ähnliche Entwicklungen in Parallelfreundeskreisen oder Lerngruppen oder was auch immer.

Schwer dort einen Schuldigen ausfindig zu machen, außer vielleicht Herrn Zuckerberg.

Fakt ist aber, dass es nach wie vor jedem selbst überlassen bleibt mitzuschwimmen oder weiter in den Park zu gehen, wobei das Eine das Andere ja nicht ausschließt. Auch hier, wie eigentlich überall gilt es das richtige Maß zu finden. Klingt einfach und das ist es eigentlich auch. Es herrscht ja lediglich ein Pseudozwang seine mails, etc. zu checken. Ein eingeimpfter Zwang, ein bis vor zehn Jahren unbekannter Zwang, ein Generationszwang.

Es ist eine Art umgekehrte Schweigespirale.

Die Schweigespirale ist ein von Noelle-Neumann entwickeltes Modell aus der Soziologie, welches sich mit dem Phänomen beschäftigt, warum Menschen entgegen ihrer eigenen Überzeugungen aus Angst vor sozialer Isolation Dinge verschweigen, und das dieses Schweigen immer größere Kreise zieht - eine Spirale bildet.

Umgekehrt ist es in der Generation Facebook, man schweigt nicht, man redet mit. Aus Angst vor sozialer Isolation durch nicht-mitreden, nicht-mitchatten, nicht-mittwittern resultiert schier bedingungsloses partizipieren.

Ein scheinbares Paradoxon, was die gegenwärtigen Trends allerdings ganz gut erklären würde.

14.7.11 13:40
 


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